Wie alles begann
Unsere Geschichte in kurzen Stationen
Seit den ersten organisierten Garteninitiativen bis zum heutigen Regionalverband hat sich vieles verändert – geblieben ist der Gedanke von Gemeinschaft, Verantwortung und Naturverbundenheit.
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Etappen unserer Entwicklung.
🌱 1838 – Die Wurzeln des Gartenwesens
Bereits im 19. Jahrhundert beginnt in Meiningen die organisierte Gartenkultur. Mit dem „Verein für Pomologie und Gartenbau“ wird der Grundstein für gemeinschaftliches Gärtnern, Obstbau und Wissensaustausch gelegt.
🪴 1916 – Der erste Schrebergarten
In den Jahren des Ersten Weltkriegs und großer Versorgungsnot entsteht in Meiningen der erste organisierte Schrebergartenverein „Schafhof“.
Die Kleingärten dienen der Selbstversorgung der Familien und werden zugleich zu Orten des Zusammenhalts und der gegenseitigen Unterstützung.

🏛️ 1934 – Gründung des Verbandes
Mit der Eintragung der Stadtgruppe der Kleingärtner Meiningen im Jahr 1934 schließen sich mehrere Gartenvereine erstmals unter einem gemeinsamen Dach zusammen.
Damit wird die organisatorische Grundlage für den heutigen Verband gelegt und das Kleingartenwesen in der Region dauerhaft strukturiert.

📜 Befehl zur Förderung des Kleingartenwesens (1946)


Auszug aus einem Befehl der Verwaltung des Landes Thüringen vom 15. Februar 1946. Unterzeichnet von Garde-General Kolesmitschenko, Chef der Verwaltung der SMA.
In der unmittelbaren Nachkriegszeit spielte das Kleingartenwesen eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Bevölkerung. Mit diesem Befehl aus dem Jahr 1946 wurde der Ausbau von Kleingartenanlagen ausdrücklich angeordnet und gefördert.
Freie und bislang ungenutzte Grundstücke sollten vollständig für den Anbau von Kartoffeln, Gemüse und anderen Erzeugnissen genutzt werden. Landwirtschaftliche Genossenschaften und örtliche Verwaltungen waren verpflichtet, die Kleingärtnervereine aktiv zu unterstützen.

⚒️ 1959–1975 – Aufschwung und Gemeinschaft
In der Zeit der DDR erlebt das Kleingartenwesen einen starken Ausbau. Unter dem Dach des VKSK entstehen zahlreiche neue Anlagen, und das gemeinschaftliche Vereinsleben gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Kleingärten werden für viele Familien zu einem festen Bestandteil des Alltags – als Ort der Erholung, Selbstversorgung und des Miteinanders.

🗂️ 1975 – Neue Geschäftsstelle des VKSK in der Anton-Ullrich-Straße
Am 1. November 1975 konnte für den VKSK eine neue Geschäftsstelle in der Anton-Ullrich-Straße 35 eingerichtet werden. Der neue Sitz befand sich in einem ehemaligen Verkaufsraum, der sich zu diesem Zeitpunkt in einem sehr desolaten Zustand befand.
Der Vorsitzende der Fachrichtung Rassegeflügelzucht, Herr Eberhard Gundelwein, hatte in dieser Zeit eine geeignete Sachbearbeiterin gewinnen können. Mit Frau Erika Gütter aus Ritschenhausen, einer erfahrenen
Buchhalterin der LPG, wurde erstmals eine fest angestellte Mitarbeiterin für die Geschäftsstelle gefunden – eine Position, die über Jahre hinweg vergeblich gesucht worden war.
Der notwendige Umbau sowie die Neueinrichtung der Geschäftsstelle wurden durch Mitglieder des Sekretariats übernommen. Die finanziellen Mittel hierfür standen aus den Rücklagen des Verbandes zur Verfügung.
Nicht alle Entscheidungen stießen dabei auf Zustimmung. Insbesondere Herr Möhring, der zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahren Vorsitzender des Kreisvorstandes war, sowie Herr von der Weht äußerten Bedenken gegen das Vorhaben.
Trotz unterschiedlicher Auffassungen konnte die neue Geschäftsstelle eingerichtet und in Betrieb genommen werden. Neben Frau Erika Gütter war auch Hannes Frenkel maßgeblich in die Arbeit eingebunden.

🌱 Ende der 1970er- und 1980er-Jahre – Der große Aufschwung
Die späten 1970er- und vor allem die 1980er-Jahre brachten einen nie dagewesenen Aufschwung im Kleingartenwesen in Meiningen.
Aufgrund des wachsenden öffentlichen Interesses stellte die Stadt dem VKSK zahlreiche geeignete Flächen zur Verfügung. Bereits 1979 entstanden die Anlagen „Zur Erholung“ und „Schloßberg“.
In den 1980er-Jahren folgten zwölf weitere neue Kleingartenanlagen. Aus zuvor verwilderten Flächen entstanden gepflegte Gärten und lebendige Gemeinschaften.
Mit insgesamt vierzehn neuen Anlagen wurden über 450 Parzellen geschaffen – mehr als 450 Familien konnten sich damit den Wunsch nach einer eigenen kleinen Scholle erfüllen.


🔄 1989/1990 – Einschnitt und Neubeginn
Bis Ende der 1980er-Jahre waren die Veranstaltungen des VKSK stets Besuchermagnete für die Bevölkerung aus Stadt und Land.
Doch im November 1989 änderte sich alles schlagartig. Am 11. und 12. November fand die 28. Kreisrassegeflügelschau statt – erstmals blieb die sonst überfüllte VKSK-Halle nahezu leer. In der Nacht zuvor war die Grenze zur Bundesrepublik geöffnet worden, und viele Menschen zog es in Richtung Westen.
Auch die geplante Festveranstaltung zum 30. Geburtstag des VKSK am 30. November 1989 im Robotron-Saal Meiningen musste aufgrund der dramatischen politischen Ereignisse abgesagt werden.
In den folgenden Jahren führten Betriebsschließungen, Arbeitslosigkeit und Abwanderung dazu, dass viele Gartenfreunde ihre Gärten aufgaben oder kaum noch Zeit dafür fanden. Das Kleingartenwesen stand vor großen Herausforderungen – doch es sollte sich erneut wandeln.